Erzählungen

Aus dem Japanischen von
Katja Busson und Frieder Lommatzsch

157 Seiten

frz. Broschur

ISBN 978-3-944751-17-7

nanae aoyama

Bruchstücke

Eigentlich hätte es ein Familienausflug zu fünft werden sollen, aber nun sind es nur der wortkarge Vater und die erwachsene Tochter, die an der Haltestelle auf den Bus der Reisegesellschaft warten, der sie zum Kirschenpflücken in die japanischen Alpen bringen soll. »So ein Ausflug zu zweit ist doch auch ganz schön«, hatte ihre Mutter gesagt, aber die junge Frau sieht dem Tag eher skeptisch entgegen. Sie flüchtet sich ins Fotografieren und Beobachten und entdeckt dabei an ihrem Vater Seiten, die sie zugleich verschrecken und versöhnen.

 

Meisterhaft beiläufig erzählt Nanae Aoyama von den kleinen, alltäglichen Dingen in den Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, Männern und Frauen. Eine in ihrer Kühlheit bestechende Darstellung der modernen japanischen Lebenswelt.    



Autor

Nanae Aoyama wurde 1983 in Saitama geboren. Ihr schriftstellerisches Debüt gab sie 2005 mit der Novelle Mado no akari (Licht im Fenster), für das sie mit dem Bungei-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Es folgten weitere Veröffentlichungen und Preise, darunter 2007 der Akutagawa-Preis für Hitori biyori (Eigenwetter, cass 2015). Für ihre Erzählung Bruchstücke erhielt sie 2009 als bislang jüngste Preisträgerin den Kawabata-Preis.



Pressestimmen

In einer reduzierten Sprache und in einem ruhigen Ton erzählt Aoyama von der Sprachlosigkeit der Generationen. Meisterhaft fängt sie die angespannte Stimmung ein (...) Obwohl so gut wie nichts passiert, liest man gespannt weiter. Denn Aoyamas schwebende Erzählung lässt ahnen, dass mehr da sein könnte als das tatsächlich Geschilderte.

Günther Keil, Landshuter Zeitung, 17.3.2018

 

kleine Perlen der Erzählkunst

japanische-literatur.blogspot.com; Mai 2018

 

Die elegante Sprache verweist nicht nur auf eine herausragende Schriftstellerin, sondern ganz sicher auch auf zwei äußerst gewandte Übersetzer. (...) Diese Art von Bruchstücken bewahrt man sich gern länger.

Friedemann Kluge, neues deutschland, 14. Juni 2018, S. 16