Nanae Aoyama wurde 1983 in Saitama geboren. Ihr schriftstellerisches Debüt gab sie 2005 mit der Novelle Mado no akari (Licht im Fenster), für das sie mit dem Bungei-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Es folgten weitere Veröffentlichungen und Preise, darunter 2007 der Akutagawa-Preis für Eigenwetter.
Osamu Dazai (1909-1948) zählt zu den bedeutendsten japanischen Schriftstellern. Gezeichnet (Originaltitel: Ningen shikkaku; wörtlich „Als Mensch disqualifiziert“) ist sein Hauptwerk. Im Juni 1948, noch vor Erscheinen des Buches, setzte Dazai gemeinsam mit einer Geliebten seinem Leben ein Ende.
Ae-ran Kim, geboren 1980 in Incheon (Südkorea), Absolventin der Korean National University of Arts, Seoul, veröffentlichte 2002 ihre erste Kurzgeschichte, für die sie ein Literaturstipendium erhielt. Drei Jahre später machte sie mit einem Erzählband Furore: Lauf, Vater, lauf. Für die Titelgeschichte wurde sie, die jüngste Preisträgerin überhaupt, mit dem begehrten Hanguk Ilbo-Literaturpreis ausgezeichnet.
Arimasa Osawa, Jahrgang 1956, gehört zu den meistgelesenen japanischen Krimiautoren. Für Sodom und Gomorrha (cass, 2005, vergriffen), den Auftakt der Serie um Oberkommissar Samejima, den Hai von Shinjuku, bekam er 1990 den Yoshikawa-Eiji-Preis für junge Autoren und den Preis des Verbandes der japanischen Kriminalschriftsteller.
Ko Machida, geboren am 15. Januar 1962 in Sakai (Präfektur Osaka); Musiker (Punk-Rock), Schauspieler, Schriftsteller. Prosadebüt 1996 mit Kussun daikoku (»Vom Versuch, einen Glücksgott loszuwerden«); seither zahlreiche Romane, Essay- und Lyrikbände; ausgezeichnet mit allen wichtigen Literaturpreisen Japans, u. a. dem Noma Newcomer Preis (1997), dem Akutagawa-Preis (2000), dem Hagiwara Sakutaro-Preis (2012), dem Kawabata Yasunari-Preis (2002), dem Tanizaki Junichiro-Preis (2005), dem Noma-Literaturpreis (2008).
Morio Kita (bügerlich Sokichi Saito; 1927–2011), ausgebildeter Arzt und Neurologe, der bis in die frühen 1960er Jahre an verschiedenen Tokioter Krankenhäusern praktizierte, gehört zu den meistgelesenen Autoren seines Landes. Nach Yoru to kiri no sumi de (1960; »In Nacht und Nebel«), für das er mit dem Akutagawa-Preis ausgezeichnet wurde, als Schriftsteller etabliert, veröffentlichte er eine Vielzahl von Erzählungen, Essays und Romanen, darunter die oft als »japanische Buddenbrooks« bezeichnete Familiensaga Nire-ke no hitobito (1964; deutsch 2010 als Das Haus Nire). Großer Wertschätzung erfreuen sich auch seine Märchenromane für Kinder und Erwachsene und seine »Dr. Manbo«-Skizzen, humorige Betrachtungen zu Gott und der Welt.
Choukitsu Kurumatani (1945-2015), in der Präfektur Hyogo geboren, studierte Germanistik und arbeitete bei einer Werbeagentur, ehe er 1993 für seine Erzählung Shiotsubo no saji (Der Löffel im Salzfaß) den Mishima-Yukio-Preis und den Preis des Kultusministeriums für Nachwuchsschriftsteller erhielt.
Yi-seol Kim wurde 1975 in Yesan in Südkorea geboren. Ihr schriftstellerisches Debüt gab sie 2006 mit der Kurzgeschichte »13 Jahre alt«, die in einer Seouler Zeitung erschien. Es folgten weitere Veröffentlichungen und Auszeichnungen renommierter Stiftungen, darunter 2012 der Hang Sun­Won-Preis für Willkommen. Kims Geschichten kreisen um die dunklen Seiten der Gesellschaft und deren Bodensatz: Gescheiterte Existenzen. Dabei bedient sie sich einer unaufgeregten, aber schonungslos realitätsnahen Sprache.
Kazuki Kaneshiro, geboren 1968 in Japan, Zainichi-Koreaner. Für GO!, seinen ersten Roman, wurde er im Jahre 2000 mit dem Naoki-Preis ausgezeichnet. Kaneshiro lebt in Tokyo.
Götz Wienold, emeritierter Professor für Linguistik / Germanistik der Dokkyo Universität in Soka, von 1970–1992 o. Professor für Sprachwissenschaft der Universität Konstanz, hat zahlreiche linguistische und semiotische Untersuchungen zur japanischen Sprache und Kultur publiziert, u. a. zur linguistischen Typologie des Japanischen und zur Übersetzung japanischer literarischer Texte. Er ist Autor des Buches Inschrift und Ornament oder Die Entfärbung der Objekte: Englische Inschriften in der japanischen Kultur der Gegenwart (Tübingen: Stauffenburg, 1995).
Takiji Kobayashi (1903–1933). Sohn eines Kleinbauern; Abschluss der Höheren Handelsschule, ab 1924 Tätigkeit als Bankangestellter. Nach Erscheinen des Fabrikschiffs (1929) zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. 1932 ging Kobayashi in den Untergrund; am 20. Februar 1933 wurde er festgenommen und noch am selben Tag von der Geheimpolizei in Tokyo zu Tode gefoltert.
Rudolf Lindau (1829–1910), Japanreisender, Diplomat und Schriftsteller. In den frühen 1860er Jahren schickte Lindau aus dem damals so gut wie unbekannten Japan, in dem er sich als Leiter der ersten handelspolitischen Mission der Schweiz aufhielt, kenntnisreiche, hochaktuelle Berichte an die französische Zeitschrift Revue des Deux Mondes; 1864 kamen sie unter dem Titel Un Voyage Autour du Japon bei Hachette in Paris als Buch heraus. Es war Lindaus erstes. Die deutsche Übersetzung Reise um Japan erschien zum 100. Todestag des Autors.
Erwin Knipping
Shun’u Nakamura (Pseudonym des bekannten Theaterschriftstellers Kichizo Nakamura, 1877–1941). Verfasste in seiner Frühzeit, der »Shun’u-Phase«, ca. 60 Erzählungen und Romane, in denen er sich vorwiegend mit Fragen des (christlichen) Glaubens und Zweifelns auseinandersetzte, stets mit einem kritischen Seitenblick auf den kulturellen Jahrmarkt und die sozialen Diskrepanzen der rasanten Jahre des ausgehenden 19. und des einsetzenden 20. Jahrhunderts, in denen Japan im Bemühen, den Westen einzuholen, lernte, nach vorn und nach hinten zugleich zu schauen.