Roman
Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee
176 Seiten, geb. mit Leseband
ISBN 978-3-944751-04-7

Yi-seol Kim

Willkommen

Die vom sozialen Elend ihrer Familie schwer gebeutelte Yunyeong wähnt den Traum von bescheidenen, aber gesicherten Verhältnissen schon ganz nah, als sie einen jungen Mann heiratet, der einmal Beamter werden will. Yunyeong wird bald darauf schwanger und muss sich, da ihr Mann erst noch die Beamtenprüfung abzulegen hat, nach der Geburt ihrer Tochter eine Arbeit suchen, um die Familie über Wasser zu halten. Bald findet sie sich als Bedienung in einem ländlichen Restaurant wieder, dessen Besitzer seinen Gästen in einem Nebengebäude »private Räume« zur Verfügung stellt. Yunyeong beißt die Zähne zusammen und will als kärglich entlohnte Kellnerin durchhalten, bis ihr Mann soweit ist. Doch der kommt mit seinen Studien nicht voran, so dass das Provisorium die einzige dürftige Einnahmequelle der Familie bleibt. Als ihre in Not geratene Schwester dringend um einen größeren Geldbetrag bittet, beschließt Yunyeong, es wie andere zu machen, die in Wangs Restaurant bedienen: Sie übernimmt auch Dienst in den »privaten Räumen« …



Autor

Yi-seol Kim wurde 1975 in Yesan in Südkorea geboren. Ihr schriftstellerisches Debüt gab sie 2006 mit der Kurzgeschichte »13 Jahre alt«, die in einer Seouler Zeitung erschien. Es folgten weitere Veröffentlichungen und Auszeichnungen renommierter Stiftungen, darunter 2012 der Hang Sun­Won-Preis für Willkommen. Kims Geschichten kreisen um die dunklen Seiten der Gesellschaft und deren Bodensatz: Gescheiterte Existenzen. Dabei bedient sie sich einer unaufgeregten, aber schonungslos realitätsnahen Sprache.



Pressestimmen

Die Wirkung, die das Buch hatte, rührt nicht zuletzt von der absoluten, noch heute knapp 70 Jahre später und in der Übersetzung von Jürgen Stalph spürbaren Dringlichkeit und Unbedingtheit, mit der erzählt wird: Rücksichtslos gegen sich selbst ist diese Prosa, selbstentblößend und zugleich schutzlos poetisch, assoziativ und voller sanfter Inkonsistenzen, als müsste noch einmal mit den letzten Atemzügen alles herausgebrüllt werden, was das Leben im Innern der Figur – sprich des Autors – aufgewühlt hat.
(Ulrich Rüdenauer, SWR 2)