Aus dem Japanischen von Alfons Mainka

112 S., Klappenbroschur

ISBN 978-3-9809022-8-1

takiji kobayashi

Das Fabrikschiff

Anfang des 20. Jahrhunderts. Das japanische Fabrikschiff Hakkomaru läuft aus ins Ochotskische Meer, zu den reichen Krabbenfanggründen vor der Küste Kamtschatkas. An Bord: über 400 Matrosen, Fischer und jugendliche »Saisonarbeiter«, Leibeigene des Reedereikonzerns. Sie arbeiten bis zur Erschöpfung und werden gehalten wie Vieh. Tag für Tag, Woche für Woche ducken sie sich unter der Knute des brutalen Oberaufsehers Asagawa. Wer nicht spurt, baumelt am Ankerdavit oder wird gebrandmarkt. Nach dem ersten Todesfall schlägt die Ohnmacht der Männer um in Wut. Sie wagen den Aufstand.

 

In Japan wurde das »Das Fabrikschiff« (Kani-kōsen, 1929) unmittelbar nach seinem Erscheinen verboten, der Autor, Takiji Kobayashi (1903–1933), zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach der Verbüßung der Haft trat Kobayashi der Kommunistischen Partei bei und ging in den Untergrund. Am 20. Februar 1933 wurde er von in die Partei eingeschleusten Spitzeln in einen Hinterhalt gelockt, festgenommen und noch am selben Tag im Polizeihauptquartier Tsukiji von Schergen der Geheimpolizei zu Tode gefoltert.

 

Der Klassiker der japanischen Arbeiterliteratur.



Takiji Kobayashi

 (1903–1933). Sohn eines Kleinbauern; Abschluss der Höheren Handelsschule, ab 1924 Tätigkeit als Bankangestellter. Nach Erscheinen des Fabrikschiffs (1929) zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. 1932 ging Kobayashi in den Untergrund; am 20. Februar 1933 wurde er festgenommen und noch am selben Tag von der Geheimpolizei in Tokyo zu Tode gefoltert.



Pressestimmen

In Kobayashis Roman verbindet sich der politische Appell eines kommunis­tischen Schriftstellers auf meisterhaf­ter Weise mit erzählerischem Können. Obwohl die Mitglieder der Besatzung auch ein Tableau gesellschaftlicher Machtverhältnisse bilden, degradiert Kobayashi sie nicht zu archetypischen Platzhaltern ohne psychologische Tie­fe. Eine reiche, bildhafte Sprache und ein gekonnter Spannungsaufbau las­sen nie das Gefühl aufkommen, die literarische Form diene nur als Mittel zum agitatorischen Zweck. »Das Fabrikschiff« braucht den Ver­gleich mit den besten Werken Willi Bredels, Karl Grünbergs und anderer Autoren herausragender Arbeiter­literatur nicht zu fürchten. Dem auf Literatur aus Japan spezialisierten Cass­ Verlag ist es zu verdanken, dass der bereits 1958 im Verlag Volk und Welt in der DDR erschienene Roman wieder allgemein zugänglich ist. Die ursprüngliche, gelungene Übersetzung wurde behutsam überarbeitet, zwei seinerzeit nicht aus dem japanischen Original übernommene Seiten (welche die sexuellen Nöte der Männer an Bord beschreiben) wurden hinzugefügt.

Michael Streitberg, Junge Welt


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