Neuerscheinungen

Osamu Dazai
Alte Freunde

1946. Plötzlich steht ein grobschlächtiger Kerl in Feldarbeitskluft vor der Tür und behauptet, ein alter Schulfreund zu sein. Der Hausherr, ein namhafter Schriftsteller, in Tokyo mit der Familie ausgebombt und jetzt wieder auf dem Land lebend, kann sich nicht erinnern, lässt den Mann aber ein. Der »alte Freund« kommt vom Erzählen ins Schwadronieren, vom Schwadronieren ins Belehren, dezimiert dabei ganz ungeniert den in der Nachkriegszeit raren Whiskey des Hausherrn, ruft gar nach der Frau des Hauses, um sich einschenken zu lassen. Dann geht es ans Beleidigen. Der Hausherr windet sich, sagt aber nichts. Beim endlichen Abschied gibt der ungebetene Gast, beladen mit Zigaretten und dem Rest des Whiskeys, dem Hausherrn den Gnadenstoß. Er zischt ihm etwas zu. Eine Wahrheit. Eine Lüge.

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Iori Fujiwara
Der Sonnenschirm des Terroristen

An einem sonnigen Samstagmorgen im Oktober geht in einem Park mitten in Tokyo eine Bombe hoch. Es gibt zahlreiche Tote und Verletzte. Die Polizei vermutet einen terroristischen Anschlag. Im Park genehmigt sich der abgehalfterte Barkeeper und schwere Alkoholiker Shimamura gerade den ersten Whiskey des Tages, wie immer bei schönem Wetter. Nach der Detonation geht Shimamura sofort auf die Suche nach einem kleinen Mädchen, das ihn wegen seiner zitternden Hände zuvor angesprochen hatte, und sorgt dafür, dass es ins Krankenhaus kommt. Der heroische Akt hat allerdings einen Preis: die Whiskeyflasche mit Shimamuras Fingerabdrücken bleibt im Park zurück. Shimamura, der wegen der mutmaßlichen Beteiligung an einem Bombenanschlag im Zusammenhang mit den Studentenunruhen der 60er Jahre auf den Fahndungslisten der Polizei steht, lebt unter falschem Namen im Untergrund. Nun wird er wieder gejagt, von der Polizei und von mysteriösen Hintermännern. Ihm bleibt nur die Flucht nach vorne: Er beschließt, der Explosion im Park selbst auf den Grund zu gehen. Dabei bekommt er von unerwarteter Seite Hilfe – von einem Yakuza.

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Junichiro Tanizaki
Der Schlüssel

Ein Universitätsprofessor, der fürchtet, seiner attraktiven, elf Jahre jüngeren Ehefrau sexuell nicht mehr zu genügen, sucht nach einem Weg, seinem Eheleben neuen Schwung zu verleihen. Seine zur Prüderie erzogene Frau pflegt die Vorstellung, dass der eheliche Akt ausschließlich im dunklen Schlafzimmer, in Stille und »orthodox« auszuführen sei. Alles Reden darüber ist für sie tabu.
Der Professor beschließt, indirekt mit ihr zu sprechen, in seinem Tagebuch. Den Schlüssel plaziert er so, dass seine Frau ihn finden muss.

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Ae-ran Kim
Mein pochendes Leben

Arum leidet an Progerie, der Krankheit vorzeitigen Alterns. Er ist sechzehn, eigentlich aber schon achtzig. Mit den Jahren verschlechtert sich sein Gesundheitszustand so sehr, dass er stationär behandelt werden muss. Da seine Eltern kein Geld haben, nimmt er zur Finanzierung des Krankenhausaufenthaltes an einer Fernsehsendung teil, die um Spenden für Menschen in besonderen Notlagen wirbt. In der Folge lernt er per E-Mail ein krebskrankes Mädchen kennen, dem er sich bald in tiefer Zuneigung verbunden fühlt. Aus dieser Beziehung schöpft Arum neuen Lebensmut, bis er im Hospital zufällig ein Gespräch seiner Mutter mit dem Produzenten der Fernsehshow mithört und erfährt, dass das kranke Mädchen gar nicht existiert …

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